Bei der Diagnose und Behandlung des Bewegungsapparates werden verschiedenste Bereiche berücksichtigt: Skelett, Sehnen, Gelenke und Muskeln. Die Erkrankung des Muskel-/ Skelettsystems ist eine der häufigsten Erkrankungen des Pferdes. Lahmheitsuntersuchungen werden in mehreren Schritten durchgeführt:

  • zu Beginn steht der Vorbericht um evtl. verifizieren zu können, ob die Lahmheit eher durch Weichteile oder durch das Skelettsystem verursacht wird. Sind Schwellungen, Wunden oder Anomalien im Ruhezustand zu erkennen?
  • dann wird das Pferd in der Bewegung beurteilt: Schritt und Trab auf gerader Linie und Zirkel
  • Beugeproben um das Schmerzverhalten nach beugen der einzelnen Gelenke zu überprüfen
Chip Hufgelenk Pferd
Roentgen Pferd
  • manchmal sind Leitungsanästhesien oder Gelenksanästhesien erforderlich, um genau den Ort des Schmerzes lokalisieren zu können, der für die Lahmheit verantwortlich ist.

Nach dieser Untersuchung kann man den anatomischen Bereich eingrenzen. Den Grund der Lahmheit kennen wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall zeigen uns, ob eventuell Sehnen, Bänder, Gelenke oder Knochen betroffen sind. Unter Wundenkunde in der Pferdemedizin verweise ich auf den traumatischen Angriff der Weichgewebe. Bei der Anfangsintervention ist es von vorrangiger Bedeutung, die Verletzung zu beurteilen: ist die Wunde tief? Ist das Gelenk mitbeteiligt? Ist ein Knochen gebrochen? Ist eine Sehne verletzt?

Schlecht gepfelgte Wunde Die Wundbehandlung ist abhängig von Desinfektionsmöglichkeiten, der Verschmutzung der Wunde, welches sind die Nähmöglichkeiten, Behandlung vor Ort oder Überweisung in eine Klinik, Alter der Wunde? Je nach Bedarf wird eine Röntgenaufnahme angefertigt um die Knochenbeschaffenheit beurteilen zu können. Mithilfe des Ultraschallgerätes, kann man die Tiefe der Wunde beurteilen, von einem artikularen (reservierte Prognose), Sehnenverletzung,… Ungeachtet des Ausgangs dieser ersten Intervention wird die Entfernung von infiziertem, geschädigtem oder abgestorbenem Gewebe durchgeführt. Eine tiefe Reinigung wird eine entscheidende Auswirkung auf die spätere Vernarbung haben.

Ankaufsuntersuchung (AKU) ist in der Pferdemedizin sehr häufig, bleibt für den Tierarzt aber immer eine Herausforderung. Zweck dieser AKU ist, dem Käufer ein medizinisches Bild vom Pferd zu geben, eventuelle Einschränkungen und Krankheiten aufzuzeigen. Nach einer ausgiebigen klinischen Untersuchung der Atmungs-/ und Herzauskultation und der verschiedensten Beugeproben, können auf Wunsch Blutproben entnommen und eingefroren werden (Dopinganalyse). Endoskopie, Echokardiographie und Belastungs- EKG können auf Wunsch ebenfalls durchgeführt werden. Außerdem werden eine Reihe von Röntgenbildern gemacht, in der Regel sind es zwölf Aufnahmen bei einer Standarduntersuchung. Auf Wunsch können natürlich zusätzliche Bilder gemacht werden.

Bei der Beurteilung eines Pferdes ist es wichtig immer darauf zu achten, für welchen Zweck ein Pferd vorgesehen ist: Soll es im Dressur/- oder Springsport aktiv sein? Ist es ein Distanz/- oder Rennpferd? Dabei ist es aber wichtig jeden Fall einzeln zu betrachten: ein Pferd mit einer Mitralinsuffizienz am Herzen kann trotzdem sehr erfolgreich im hohen Dressursport sein. Griffelbein Pferd